Werner Preuß

Der Lüneburger Expressionist Ernst Lindemann

Moderation: Hans-Martin Koch

Werner Preuß stellt sein neues Buch über den Maler Ernst Lindemann vor.

Als Moderator und Gesprächspartner wird Hans-Martin Koch durch den Abend führen.

Zu seiner Zeit war der Maler Ernst Lindemann in Lüneburg eine bekannte Persönlichkeit, deren Stimme Gewicht hatte. Als Kulturkritiker der „Lüneburgschen Anzeigen“ begleitete er zwischen 1900 und 1935 für mehr als drei Jahrzehnte Musik und Theater, Ausstellungen, Vorträge und Lesungen mit seinen Rezensionen.

Als Maler widmete er sich der Landschaft, vor allem der Lüneburger Heide sowie der Nord- und Ostseeküste. Doch „provinziell“ war nur der Gegenstand, nicht der Ausdruck seiner Kunst, nicht die expressionistische Kunstauffassung, mit der er sich auf der Höhe seiner Zeit befand. Der Lüneburger Museumsdirektor Wilhelm Reinecke prophezeite schon 1918 begeistert: „Es wird die Zeit kommen, wo Lindemanns Schöpfungen begehrt sein werden wie heutzutage ein Caspar David Friedrich.“

Während des Nationalsozialismus durfte und wollte Ernst Lindemann nicht ausstellen. Er war der einzige Lüneburger Künstler, der als „entartet“ galt und sich anzupassen weigerte. Ernst Lindemann starb 1943. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten vereinzelte Ausstellungen auf Privatinitiative nicht mehr verhindern, daß sein Werk in unverdiente Vergessenheit geriet. Jetzt wird es wiederentdeckt.

Apl. Prof. Dr. phil. habil. Werner H. Preuß, Jahrgang 1955, Wissenschaftlicher Publizist und Kurator, ist seit 2010 Außerplanmäßiger Professor an der Leuphana Universität Lüneburg für Neuere deutsche Literatur sowie Regionalkultur und ihre Vermittlung. Er hat bereits zahlreiche Schriften zur Geschichte Lüneburgs veröffentlicht.

Hans-Martin Koch war lange Jahre Leiter der Kulturredaktion der Lüneburger Landeszeitung. Heute arbeitet er als freier Publizist und Autor.

Veranstalter: Literarische Gesellschaft Lüneburg e.V.