Die neue Reihe der Literarischen Gesellschaft Lüneburg, „Kanadische Literatur“, umfasst mehrere Veranstaltungen in lockerer Folge. Die Expertin für die Literatur Kanadas, Prof. Dr. Maria Moss, die an der Leuphana Universität Lüneburg lehrte, wird die Vielfalt und Einzigartigkeit dieser Literatur darstellen. Als Einstieg stehen die drei herausragenden Schriftstellerinnen des 20. Jhdts. im Mittelpunkt. Aber das ist nur die „Spitze des Eisbergs“, denn im Frühjahr 2027 wird es um wichtige literarische Stimmen gehen – z.B. die der First Nations oder der Inuit –, die in Deutschland noch weitgehend unbekannt sind.
Der Vortrag mit begleitender Power Point Präsentation wird zuerst die typischen Merkmale der kanadischen Literatur herausstellen. Diese können vor allem in Abgrenzung zum Nachbarn im Süden, den USA, dargestellt werden, da historische Situation und literarische Epoche in der Beziehung der beiden nordamerikanischen Länder ständig ineinander greifen.
Im Gegensatz zu den USA kennt Kanada keinen Neuanfang. Denn Kanada ist aus einer bewussten Entscheidung entstanden, eben nicht mit dem Mutterland zu brechen, sondern diesen Brückenkopf nach Europa bestehen zu lassen und der britischen Krone und ihren sozialen, rechtlichen und kulturellen Institutionen gegenüber loyal zu bleiben. Dies alles hat seit jeher Auswirkungen auf die Literatur Kanadas.
Der Hauptteil des Vortrags wird sich mit dem Dreigestirn der kanadischen Literatur – Margaret Laurence, Alice Munro und vor allem Margaret Atwood – befassen. Diese Schriftstellerinnen stehen nicht nur für die Hoch-Zeit der kanadischen Literatur in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, sondern für eine auch weltweit als eigenständig wahrgenommene Literatur Kanadas. Besonders Atwood hat mit ihrem vielfältigen literarischen Werk – bestehend aus Lyrik, Kurzgeschichten, Essays sowie Sachbüchern und natürlich ihren Romanen, wie z.B. The Handmaid’s Tale (Die Geschichte der Magd) – maßgeblich für den weltweiten Siegeszug der kanadischen Literatur gesorgt. Zuletzt wird noch der Frage nachgegangen, warum es vor allem Autorinnen sind, die die kanadische Literatur bis heute vornehmlich prägen.
Lebenslauf Maria Moss
geb. 1957 in Scharnebeck, Landkreis Lüneburg
Studium der Nordamerikastudien an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der California State University Northridge (Los Angeles)
Promotion an der Universität Hamburg, Habilitation an der FU Berlin
Fulbright Stipendium (University of Southern California), Los Angeles
Stipendien der Botschaft Kanadas (York University, Toronto und University of British Columbia, Vancouver)
Professur an der Leuphana Universität Lüneburg (Literatur und Kultur Nordamerikas)



