Buch-Tipp Juni 2026

Joachim Seemann empfiehlt:

Julian Barnes 

Abschied(e)

Verlag: Kiepenheuer und Witsch 2026

Es ist ein sehr ungewöhnliches Buch, das sich der sonst üblichen Gattungszuordnung entzieht. Erinnerungen, autobiographische Überlegungen eines Schriftstellers und fiktive Handlungsteile sind zu einem mitreißenden, interessanten und sehr anregenden Werk verwoben.

Die Mitteilung, dass er eine Blutkrebserkrankung hat, die tödlich sein kann, ist für Julian Barnes der Anlass für dieses Buch. Ausgehend von Betrachtungen zur Erinnerung schreibt er über die Anfänge und das Ende seines Schreibens. Dazwischen erzählt er in zwei Teilen über die wohl fiktive Liebe eines Kommilitonen und einer Kommilitonin, die sich trennen und nach vierzig Jahren unter seiner Mitwirkung wieder treffen, heiraten, deren Liebe aber nach zwei Jahren ein zweites Mal scheitert. Zum Schluss kommt er über seine Alterssituation und die Ziele oder Nichtziele seines Schreibens zu einer persönlichen Ansprache an seine Leserinnen und Leser, die mit Unterschrift und Berichtszeitraum endet.

Aus meiner Sicht ein großartiges Werk, das ich für sehr lesenswert halte.